"Lady Gamer" - Jeder kann Musik machen

Autor: Frank Bruns

Als Kind habe ich mich erfolgreich jeder musikalischen Früherziehung entzogen. Die erste Fünf meines Schullebens bekam ich in einem Notentest in der Grundschule. Einen Schönen Gruß noch an Frau Smolla. Seitdem habe ich mich nie wieder um Musiknoten geschert und lieber einen großen Bogen um das Thema gemacht. In Gedanken habe ich leider fortan das Musikmachen immer mit der Notwendigkeit des Notenlernens verbunden und es für mich somit kategorisch ausgeschlossen. Die Fünf wirkte nach.

Wie Schade. So musste es fast 30 Jahre dauern, bis ich das erste Lied meines Lebens komponierte.


Und das kam so:

Als ich meine Freundin Silvia kennenlernte, hatte ich in ihrer Wohnung zum ersten Mal die Gelegenheit erhalten, auf einem echten Klavier herumzuklimpern. Natürlich habe ich nichts zustande bekommen, aber Spaß machte es trotzdem. Silvia zeigte mir ein paar einfache Tastenkombinationen, mit denen man dem Instrument ganz einfach wohlklingende Töne entlocken konnte. Sie nannte das Akkorde. Ich war beeindruckt.

Mit den Akkorden konnte man sofort los experimentieren und kleine Melodien entwickeln. Mir waren zwar ständig meine Finger im Weg und mehr als fünf Noten bekam ich kaum korrekt zusammengespielt, aber ich war angefixt.

 

Ende letzen Jahres hatte ich mich dann entschlossen mir ein sogenanntes MIDI-Keyboard zu kaufen. Das kann man an den Computer anschließen und damit die Tastenschläge digital aufzeichnen. In einer Musiksoftware entscheidet man dann, mit welchem Instrument der Computer die aufgezeichneten Noten abspielen soll. Auf diese Weise komponiere ich kurze Melodien und setze sie dann Stück für Stück zu einem Lied zusammen. Das kann man sich ein bisschen wie bei LEGO vorstellen. Aus vielen kleinen Bausteinen baut man sich das Haus zusammen bzw. das Raumschiff seiner Träume, mit Gelenken und Magneten und neonfarbenen Antennen und was es da früher noch so alles gab.

Aber ich schweife ab...

Praktischerweise lassen sich die eingespielten Noten auch nachträglich noch korrigieren, sodass Spielfehler, die ich am laufenden Band mache, nicht weiter schlimm sind.

Nach ein paar anfänglichen Experimenten wagte ich mich dann an ein Lied mit Text und allem drum und dran. Ein Song mit klassischem Strophe-Refrain-Muster.

 

Es begab sich zu der Zeit, dass #GamerGate in aller Nerdmunde war und Silvia sich langsam für den Feminismus begeisterte. Sexismus in der der Unterhaltungsindustrie und der Spielebranche im Speziellen wurde bei uns zum täglichen Thema am Esstisch. "All Praise Anita Sarkeesian.", aber das ist bestimmt einen eigenen Blogartikel wert. Da Silvia den durch #GamerGate in den Fokus der Öffentlichkeit gerückten Sexismus aus ihrer eigenen Spielerfahrung in World of Warcraft nur zu gut kannte, entschloss ich mich, ihr mit meinem ersten richtigen Lied ein Denkmal als Gamerin zu setzen und dabei die männlichen Spieler ordentlich aufs Korn zu nehmen.

Betrachte ich dieses Lied rückblickend, so fällt mir schon auf, dass ich mit jedem nachfolgenden Lied meine technischen Fähigkeiten verbessern konnte. Damit meine ich leider nicht meine Spielfertigkeit oder Gesangskünste - die sind bescheiden wie eh und je - sondern vielmehr die Produktionstechnik. Ich lernte mit jedem weiteren Lied, welche Schalter und Regler ich in der Musiksoftware betätigen muss, um einen besseren Klang aus Gesang und Instrumenten zu holen. Zwar alles auf einem relativen Einsteigerniveau, aber ich bin trotzdem jedes Mal erstaunt darüber was man mit heutiger Technik in der kurzen Zeit zu Hause hinbekommt, selbst wenn man weder das Notensystem noch ein Instrument beherrscht.

 

Das Abenteuer geht weiter!

Das Video zum Lied ""Lady Gamer" bei Youtube



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