Alte Lieder im neuen Gewand

Autor: Frank Bruns

Seit dem ich vor ein paar Wochen angekündigt habe, dass ich mein Songmaterial zu einem Musikalbum zusammenstellen möchte, ist viel passiert.
Ich habe mir einige der älteren Songs vorgeknöpft und sie für das Album überarbeitet. Wie in der letzten News beschrieben, gibt es dort einiges zu reparieren.
Kaum, dass ich eine Projektdatei in meinem Musikprogramm (Mixcraft 7 Pro Studio) geöffnet hatte, um den Mix zu überarbeiten, bekam ich plötzlich Lust, an Instrumentierung, Komposition und Arrangement Veränderungen vorzunehmen. Eins führte zum anderen und aus kleinen Experimenten wurden großflächige Überarbeitungen. Ich möchte das gerne an einem Beispiel demonstrieren.

Für ein Album ist es wichtig, dass alles möglichst aus einem Guss wirkt. Ich werde versuchen diesen Eindruck zum Beispiel dadurch zu erreichen, dass ich die Instrumentierung der Songs angleiche. Nach einigem herumprobieren, habe ich mich entschlossen, das Lied Systemfehler als Referenz heranzuziehen. Meiner Meinung nach habe ich dort die bisher reifste klangliche und kompositorische Leistung abliefern können. Im Endeffekt heißt das für mich, dass ich die meisten Songs um begleitende rockige E-Gitarrenspuren ergänzen und möglichst dasselbe Drum-Kit benutzen werde.

Was bedeutet das in der Praxis?
Zu Demonstrationszwecken soll der Song #TROLL herhalten, den ich im Juli 2015 zum ersten Mal veröffentlicht habe. Damals noch unter dem Künstlernamen Knarf Snurb. ;-)  Das Lied ist eine meiner frühesten Kompositionen und soundtechnisch eine Katastrophe. Dauernd übersteuernde Pegel, schlechtes Gleichgewicht in der Abmischung der einzelnen Instrumentenspuren und ein generell sehr dumpfer Klang in dem nichts deutlich herauskommt.

Um den Song zu reparieren, habe ich einige Veränderungen vorgenommen. Betrachten wir hierzu einen Ausschnitt des Liedes, der die erste Strophe und den ersten Refrain enthält. Zuerst in der alten Originalfassung von 2015, dann in der neu abgemischten und klanglich ergänzten Fassung aus 2016 vor dem Masteringprozess und abschließend in der Version nach dem Mastering.

Ausschnitt aus der alten Version von 2015.

Abgesehen davon, dass das Lied lautstärketechnisch dauernd übersteuert und somit zu Verzerrungen neigt, ist der Klang ist sehr dumpf. Das liegt daran, dass die einzelnen Instrumentenspuren kaum mit dem Equalizer behandelt wurden. Ihre Frequenzen streiten sich um dieselben Plätze im Klangspektrum. Der Klang wird matschig. Weder Instrumente noch Stimme kommen klar hervor.

Ausschnitt aus der neuen Version von 2016 ohne Mastering.

In dieser Version sind die einzelnen Tonspuren komplett neu abgemischt und mit dem Equalizer behandelt worden, so dass die Klangbestandteile etwas besser hervor kommen. Ich habe darauf geachtet, dass die Lautstärke der einzelnen Spuren nicht übersteuert und dass genügend raum nach oben für das Mastering übrig bleibt.
Außerdem habe ich die E-Gitarren-Konfiguration und das Drum-Kit aus Systemfehler hinzugefügt, um das Zusammengehörigkeitsgefühl der beiden Songs zu unterstreichen und #TROLL einen rockigeren Charakter zu verleihen. Besonders in der Strophe fällt zudem auf, dass ich neue Synthesizer-Klänge eingebaut und das Arrangement geändert habe.

Ausschnitt aus der neuen Version von 2016 nach dem (vorläufigen) Masteringprozess.

Im Mastering-Prozess habe ich globale Einstellungen für den gesamten Song vorgenommen. Sehr tiefe und sehr hohe Frequenzen des Klangspektrums, die für das menschliche Ohr ohnehin keine wahrnehmbare Klanginformation enthalten wurden entfernt. Ich habe die Höhen generell noch etwas angehoben und im Bereich der tiefen Kick-Drum-Frequenzen ebenfalls etwas Lautstärke dazu gegeben. In den Mitten musste ich noch etwas aufräumen und habe dort den Klangeindruck störende Frequenzen deutlich abgesenkt. Durch die Anwendung eines Multibandkompressors in Kombination mit einem Limiter habe ich den Lautstärkeeindruck des leiseren Mixes auf ein konventionelles Maß gebracht, ohne dass Übersteuerungen auftreten. Sicherlich ist das Gesamtergebnis nicht perfekt - ich bin ja nur hobbymäßiger Bedroom Producer - aber eine merkliche Verbesserung ist es schon, wie ich finde. 

Ansicht des Plugins mit dem ich den größten Teil des Masterings durchführe: iZotope Neutron

Bisher habe ich fast die Hälfte der Songs, die auf das Album sollen auf diese Weise überarbeitet. Besonders viel Zeit benötigen natürlich meine frühen Werke, da sie mit viel weniger produktionstechnischer und musikalischer Erfahrung entstanden sind. Von diesen habe ich nun fast alle überarbeitet, so dass die zweite Hälfte der Songs schneller von der Hand gehen sollte.

 

Toi! Toi! Toi!



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